Weitere Proteste gegen geplante Conti Werkschließungen

18 März, 2009

Vergangene Woche hatte der Continental-Vorstand das Aus für die LKW-Reifenproduktion im Stammwerk Hannover-Stöcken sowie die Schließung des Werkes Clairoix (Frankreich) angekündigt. Hiergegen hat sich in den vergangenen Tagen massiver Widerstand formiert.

Am Dienstag, den 17.3., haben mehr als 1000 Continental-Beschäftigte gegen die Schließung des Reifenwerks in Hannover-Stöcken demonstriert. In den kommenden Tagen soll es weitere Proteste geben. Betriebsrat und Beschäftigte fordern statt einer Schließung andere Wege zu suchen, wie etwa eine Ausdehnung der Kurzarbeit. In Hannover sind ca. 780 Beschäftigte direkt von den Plänen betroffen. Der Betriebsrat befürchtet aber, dass indirekt noch weitaus mehr Arbeitsplätze gefährdet sind.

Im französischen Clairoix gab es in den letzten Tagen ebenfalls erhebliche Proteste. Dort geht es um ca. 1120 Arbeitsplätze. Die französische Belegschaft ist kampfbereit. In den vergangenen Tagen wurde gestreikt, Reifen wurden bei Protesten angezündet. Als Fabrikdirektor Louis Forzy dieser Tage den Mitarbeitern die Entscheidung begründen wollte, flogen Eier.

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Conti hat „mit der Brachialgewalt des Einbruchs“ nicht gerechnet

15 März, 2009

„Wir halten uns an Gesetze, Tarifverträge und Vereinbarungen.“ Mit dieser Aussage wehrt sich Continental-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ gegen die Vorwürfe von Arbeitnehmervertretern, Gewerkschaft und der französischen Regierung, die Schließung der beiden Standorte in Hannover-Stöcken und im französischen Clairoix basierten auf einem Rechtsbruch.

Continental habe in dem französischen Werk 44 Mio Euro und in Stöcken 25 Mio Euro investiert. Das – so Wente – „macht keiner, wenn er Werke schließen will“. Leider hätten die Maßnahmen nicht gereicht. „Mit der Brachialgewalt des Nachfrageeinbruchs konnte niemand rechnen.“

Die IG Bergbau Chemie Energie (IG BCE) pocht zur Zeit auf die Einhaltung von Jobgarantien aus einem gemeinsamen Eckpunktepapier, von dem Wente sagt: „Diese Garantien gibt es nicht.“ Man habe auch deshalb eine Umsetzung des Eckpunktepapiers nicht weiter verfolgt, weil den Mitarbeitern aufgrund der darin vorgesehenen Einkommenseinbußen „bei der jetzt anstehenden Beendigung des Arbeitsverhältnisses deutliche Nachteile entstehen würden“.

Kurzarbeit hält Wente in der Lage der Lkw-Reifen-Produktion des Unternehmens für keine Lösung. Kurzarbeit als Instrument greife nicht, „wenn wir kein Licht am Ende des Tunnels sehen“. Das werde auch von der Agentur für Arbeit nicht genehmigt. Für den morgigen Montag (16. März 2009) kündigte Wente erste Gespräche mit dem Wirtschaftsausschuss und für den Dienstag dieser Woche eine Betriebsversammlung in Stöcken an.