Continental will Schaeffler „mit allen gebotenen Mitteln“ entgegentreten

31 Juli, 2008

Die Continental AG, Hannover, sieht sich durch Rechtsgutachten in der Position bestätigt, dass die Schaeffler-Gruppe den Zugriff auf 36 Prozent des Continental-Kapitals „erschlichen“ habe. Continental werde dem rechtswidrigen Einsatz der „Schaeffler-Swaps“ mit allen gebotenen Mitteln entgegen treten, heißt es heute in einer Erklärung des Unternehmens.

Zur Stützung seiner Position hat sich der hannoversche Automobilzulieferer Rechtsgutachten eingeholt. So nannte Prof. Dr. Mathias Habersack, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung der Eberhard Karls Universität Tübingen, das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe mit Eingehung der Swap-Verträge einen klaren Verstoß gegen Melde- und Zurechnungsvorschriften. Das verstoße gegen das Wertpapierhandelsgesetz sowie des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes.

Prof. Habersack sieht dabei auf der Seite der deutschen Finanzaufsicht (BaFin) mehr Möglichkeiten als nur das Verhängen eines Bußgeldes. Seiner Auffassung nach, muss das BaFin Anordnungen treffen, „die das markt- und rechtswidrige Verhalten beseitigen und verhindern, dass die Schaeffler-Gruppe die Früchte ihres rechtswidrigen Vorgehen erntet“.

Continental will in Deutschland und international gegen das Schaeffler-Übernahmeangebot auf der rechtlichen Schiene kämpfen. Die heutige Veröffentlichung (30. Juli 2008) des Angebots der Schaeffler-Gruppe habe keine Auswirkung auf den Fortgang der Ermittlung der Behörden. Continental unterstütze kontinuierlich und intensiv die Finanzaufsichtsbehörden im In- und Ausland bei der Prüfung des Vorgehens der Schaeffler-Gruppe sowie der beteiligten Banken.

Kommentare: 0 » Schlagwörter: , ,

Schaeffler-Gruppe erneuert Garantien und bietet 70,12 Euro pro Aktie

30 Juli, 2008

Die Schaeffler-Gruppe, Herzogenaurach, bietet den Aktionären der Continental AG ab heute, 30, Juli 2008, je Aktie 70,12 Euro, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) die Angebotsunterlage für das freiwillige Übernahmeangebot genehmigt hatte. Die Frist für Annahme des Angebots endet am 27. August 2008 um 24.00 Uhr.

Weiter Lesen.. »

Kommentare: 0 » Schlagwörter: , , ,

Porsche befürwortet Conti-Übernahme durch Schaeffler

29 Juli, 2008

Der Sportwagenbauer Porsche würde eine Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe befürworten. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es eine sehr gute Sache, erklärte Porsche-Finanzvorstand Holger Härter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Porsche arbeite lieber mit Lieferanten, die wirtschaftlich gesund seien, denn mit denen sei eine langfristige Strategie möglich, sagte Härter dem Blatt. Der Porsche-Finanzvorstand vermutet, dass die Integration des im vergangenen Jahr von Conti übernommenen Unternehmens Siemens VDO einfacher wird, wenn Schaeffler bei Conti einsteigt.

Kommentare: 0 » Schlagwörter: , , ,

Gastkommentar: Continental wird von der Übernahme profitieren

27 Juli, 2008

Der Autozulieferer Continental hat faktisch aufgegeben, sich gegen die Übernahme durch die Schaeffler Gruppe zu wehren. Nicht aus Überzeugung, sondern Einsicht in das Unvermeidliche. Da mochte Conti-Chef Manfred Wennemer noch so aufgebracht argumentieren und von Hinterhalt reden: Letztlich gingen seine Argumente an der Sache vorbei. Unlogisch zum Beispiel auch seine Sicht, entweder den Angebotspreis zu erhöhen oder sich mit 20 Prozent zu begnügen. Das wäre der Forderung eines Milchbauern gleichgekommen, dass zehn Liter Milch pro Liter mehr kosten müssen als zwei Liter Milch. Wieso soll etwas teurer werden, wenn ich mehr davon kaufe?

Manfred Wennemer dürfte schon früher erkannt haben, dass seine „Abwehrschlacht“ gegen die Übernahme von Anfang an verloren war. Eine Schlacht war es sowieso nicht, eher ein kommunikativ aufgebauschter Reflex eines enttäuschten Managers, der sich gesagt haben mag: Ich habe Conti groß gemacht und lass mir doch jetzt nicht die Butter vom Brot nehmen. Das ist nachvollziehbar, sollte aber nicht wirklich als ernsthaft verfolgte Strategie verstanden werden. Der Vorstandsvorsitzende will schlicht seinen Job nicht verlieren. Das ist menschlich verständlich, hat aber mit dem von Wennemer an die Wand gemalten Szenario (Abbau von Arbeitsplätzen, Zerschlagung der Conti) sicher nichts zu tun.

Wennemer hat nicht nur in den letzten Tagen Fehler gemacht. Sie liegen weit zurück. Er hat das Unternehmen nicht genügend als Hightech-Unternehmen positioniert. Seine strategische Öffentlichkeitsarbeit hat im Grunde versagt. Nirgendwo wurde so richtig deutlich, wie das Unternehmen Entwicklungen in Sachen Automobilsicherheit vorangetrieben hat.

Dass der Conti-Finanzvorstand sich vor Kurzem gewissermaßen selbst lobte, dass man 3500 Medienvertreter und Kunden zur Fußball-Europameisterschaft eingeladen habe, zeigt das seltsame Verständnis der Medienarbeit bei Conti. Bringt eine Einladung zu einem Fußballspiel dem Unternehmen wirklich mehr als das Kommunizieren innovativer Entwicklungen? Vielmehr hätte man in den Medien noch deutlicher die Verdienste um die Verkehrssicherheit herauskehren müssen.

Warum gilt das lebensrettende ESP weltweit noch nicht als selbstverständlich in je-dem Auto, das einmal vom jetzigen Geschäftsführer der Schaeffler Gruppe, Jürgen Geißinger, weltweit gepusht worden war, dann aber von Wennemer kommunikativ vernachlässigt wurde? Warum ist das in Frankfurt gebaute und einmal als Ingenieur- und Entwicklungszentrum vorgesehene Gebäude dann nicht als Innovationsbrutstätte für über 1000 Ingenieure genutzt worden? – Manfred Wennemer hatte offensichtlich mehr den nächsten Quartalsbericht im Visier als die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens in den Kompetenzfeldern Fahrwerkssicherheit im weitesten Sinne.

Dass sich Wennemer nun als hintergangener Conti-Guru darstellt, der das Unter-nehmen so erfolgreich gemacht hat und nun davor warnt, dass die Schaefflers Continental zerschlagen wollten, ist schlicht falsch. Auch dass er beklagt, die Medien würden zu schlecht über ihn schreiben, ist nicht die richtige Einschätzung der Realität. Die Medien analysieren lediglich Wennemers Fehler. Seine Bilanzpressekonferenzen machten nur allzu oft deutlich, dass er die Börse und die Analysten ernster nahm als die Erwartungen seiner Kunden und Endverbraucher.

Der Einstieg der Schaeffler Gruppe ist nicht nur nicht mehr zu verhindern. Er sollte beschleunigt werden. Denn nun ist es wichtig, den Mitarbeitern eine langfristige Perspektive zu vermitteln. Selbst aus den Vorständen in der Automobilindustrie sind nur positive Meinungen zu dem Deal zu hören. „Wir brauchen ein starkes Gegengewicht zu Bosch“, sagt einer. Konkurrenz sei allerdings nicht nur in Sachen Preise und Kos-ten sinnvoll, „sondern auch im Vorantreiben technologischer Entwicklungen“.

Hier dürfte als sicher gelten, dass sich Jürgen M. Geißinger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schaeffler Gruppe, dieses Themas mit besonderem Engagement annehmen wird. Schließlich war er einmal bei ITT Automotive (heute Continental) weltweit für Hightech-Entwicklungen bei Bremsen und Fahrwerkstechnik verantwortlich. Niemand sollte also in einer Übernahme von Conti durch Schaeffler etwas Schlechtes sehen. Es wird sich schnell zeigen, dass Conti und seine Mitarbeiter da-von profitieren werden. Und die Sicherheit im Automobil.

(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport)

Kommentare: 0 » Schlagwörter: , , , ,

Staatssekretär Joachim Werren findet Verbindung Conti-Schaeffler als sinnvoll

26 Juli, 2008

Als „grundsätzlich sinnvoll“ bezeichnete es Staatssekretär Joachim Werren am Freitag vor dem Wirtschaftsausschuss des Niedersächsischen Landtags das Zusammengehen der beiden Autozulieferer Schaeffler und Continental. Die Verbindung zweier international führenden Autozulieferer könne eine vielversprechende Perspektive sein. Damit ist klar, dass die Landesregierung Niedersachsen sich zunächst nicht in die Ablehnungsfront einreihen wird.

Die Eigentümerin der Schaeffler-Gruppe, Maria-Elisabeth Schaeffler, hatte in der vergangenen Woche dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christan Wulff bei Gesprächen in Hannover zugesichert, dass – so Werren – es „bei einer eigenständigen und börsennotierten Conti, die nicht zerschlagen wird und ihren Sitz in Hannover hat“ bleibt.

Kommentare: 0 » Schlagwörter: , , ,