Konzernspitze offenbar bei Conti gespalten

19 August, 2008

Bei Continental ist die Konzernspitze offenbar gespalten. Insider berichten der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ)“ von einem internen Machtkampf zwischen Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg und dem Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer. Während Wennemer den hannoverschen Automobilzulieferer so teuer wie möglich und mit umfassenden Zusagen zur Zukunft des Unternehmens an die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach verkaufen will, findet sich in von Grünberg offenbar ein Fürsprecher für eine rasche Einigung.

Wie die HAZ heute (19. August 2008) berichtet, habe sich der Aufsichtsratsvorsitzende inzwischen selbst als Teilnehmer an den Verhandlungen mit der Schaeffler-Gruppe vorgeschlagen, was Wennemer weit von sich gewiesen haben soll. Hubertus von Grünbergs Rolle bleibt damit unklar. Fest steht, dass der Conti-Aufsichtsratchef bis 2006 selbst im Beirat der Schaeffler-Gruppe gesessen hat und den Verhandlungsführer der Franken, Jürgen Geißinger, nach Herzogenaurach empfohlen hat, nachdem er den amerikanischen Zulieferer ITT Automotive 1998 gekauft hatte, dessen Chef Geissinger damals war.

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Geht die Ära Wennemer zu Ende

16 August, 2008

wennemer Der noch Continental Chef Manfred Wennemer, hat nicht nur seit Tagen und Wochen mit der feindlich Übernahme durch Schaeffler zu kämpfen, jetzt kommt auch noch der Druck aus den eigenen Reihen. Laut dem Magazin Focus, wurde beim Conti-Aufsichtsratspräsidium letzten Mittwoch der Rücktritt von Wennemer gefordert. Ein im obersten Kontrollgremium beisitzender Arbeitnehmervertreter soll gesagt haben: „Der Mann muss weg.“

Die Frage wer den Chefstuhl der Conti besetzen soll, wurde anscheinend auch schon durch den Vorstandsvorsitzenden der Schaeffler Gruppe Jürgen Geißinger beantwortet, Karl-Thomas Neumann soll die Nachfolge von Wennemer antreten.
Der Grund, warum Wennemer seinen Posten Räumen soll ist, das sich die Gewerkschaftler von Manfred Wennemer hintergangen fühlen, weil dieser mit Finanzinvestoren verhandelt habe, um eine Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe zu verhindern. „Das war gegen die Absprache“, soll ein Aufsichtrat dem Magazin gesagt haben. Unmut herrsche auch auf der Kapitalseite.

Die Schaeffler-Gruppe wird „Focus“ zufolge ihre Vorkaufsrechte auf Conti-Aktien, sogenannte Swaps, spätestens in der letzten Augustwoche ziehen müssen. Das gehe aus den der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorliegenden Angebotsunterlagen hervor. Die an der Übernahme beteiligten Banken rechneten damit, dass der neue Großaktionär Schaeffler bis Ende August mit mehr als 40 Prozent an Continental beteiligt ist.

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Continental auf der Suche nach Ombudsmann

15 August, 2008

Laut Medienbericht der HAZ ist der Continental Konzern auf der Suche nach einem Ombudsmann, der die Zusagen der Schaeffler Gruppe überwacht. Nach dem Bericht zufolge hätte Conti, Altkanzler Gerhard Schröder hierfür gewinnen können, doch Schaeffler lehnte Schröder als Kontrolleur ab.

Aus dem Hause Schaeffler wird betont, dass man generell nichts gegen einen Ombudsmann hätte, doch Gerhard Schröder sei nicht der richtig für den Job. Die Schaeffler Gruppe hat hier schon seine Erfahrungen gemacht, als Sie die FAG Kugelfischer feindlich vereinnahmte, war ein Beobachter geplant, der jedoch zu guter Letzt einen Rückzieher machte. Aus Branchenkreisen wird berichtet, dass sich Schaeffler, nicht an alle Zusagen von damals gehalten hat. Ob Continental nach einer Übernahme immer noch an der Börse notiert bleibt, oder die Reifensparte nicht veräußert wird, steht noch in den Sternen.

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Kommentar: Continental wie Weichgespült

13 August, 2008

Nun kommt die Sache offenbar in Gang. Das Statement von Vorstand und Aufsichtsrat der Continental AG von heute liest sich jedenfalls wie weichgespült im Vergleich zu dem nach der Sitzung Ende Juli. Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer hat offensichtlich einen Auftrag für kurzfristige Verhandlungen mit dem fränkischen Unternehmen Schaeffler KG, und zwar „ohne Vorbedingungen“.

Zwar empfehlen Aufsichtsrat und Vorstand der Conti den Aktionären nach wie vor, das Angebot der Schaeffler-Gruppe von 70,12 Euro abzulehnen. Dies aber offenbar nur, weil man ein besseres in Aussicht oder sogar schon auf dem Tisch liegen hat. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete heute bereits im Vorfeld der Sitzung des Aufsichtsrats, Schaeffler habe ein Angebot über 75 Euro je Aktie unterbreitet.

Das würde um rund zwei Euro über dem aktuellen Börsenkurs liegen, der sich im Laufe der jüngeren Vergangenheit, trotz der heftigen Gegenwehr der Conti nicht nennenswert weiter verbessert hatte. Stimmt die Zahl von 75 Euro, würde die Continental AG für die Schaeffler-Gruppe noch einmal um rund 800 Mio Euro teurer werden und insgesamt rund 15 Mrd Euro kosten.

In ihrem Statement halten die beiden Gremien der Conti sich aber immer noch einen Rückweg offen. So soll der Vorstand weiterhin alle Handlungsoptionen prüfen. Dennoch scheint klar: Die Sache ist gelaufen; es geht aber noch um die Details für die Unternehmen und deren Arbeitnehmer.

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Continental lehnt Übernahmeangebot erneut ab

13 August, 2008

Aufsichtsrat und Vorstand der Continental AG empfehlen nach den Aktionären der heutigen Sitzung in einer gemeinsamen Stellungnahme, das Angebot der Schaeffler KG nicht anzunehmen. Als Gründe werden angeführt, der Preis von 70,12 Euro sei zu niedrig, der Vollzug könne zu Steuernachteilen und erhöhten Refinanzierungskosten führen und die Synergien seien zu gering. Gleichzeitig spricht die Stellungnahme über Fortschritte in den bisherigen Gesprächen und kündigt kurzfristig weitere Gespräche an.

Der von der Schaeffler KG angebotene Preis je Aktie sei nicht angemessen, heißt es in einer Pressemitteilung der Conti. Das Angebot der Bieterin entspreche lediglich dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis, der nicht das langfristige Wertpotenzial der Gesellschaft reflektiert. Außerdem drohten beim Vollzug der Übernahme zudem Steuernachteile und erhöhte Refinanzierungskosten. Darüber haus seien die wirtschaftlichen Vorteile eines Zusammengehens mit der Schaeffler Gruppe aus Sicht der Continental-Gruppe auf einen überschaubaren Bereich begrenzt. Synergiepotenziale ließen sich vor allem bei der Getriebefertigung und zukünftig im Bereich der Hybrid-Technologie erschließen. In diesen Bereichen bestünden bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt Entwicklungspartnerschaften mit anderen Unternehmen.

Continental will jetzt möglichst schnell zu einer Lösung im Sinne des Unternehmens kommen, stellen Aufsichtsrat und Vorstand in ihrem gemeinsamen Statement fest. Der Vorstand soll „mit voller Rückendeckung des Aufsichtsrates“ kurzfristig weitere Verhandlungen ohne jegliche Vorbedingung anstreben. Daneben prüft der Vorstand mit Unterstützung des Aufsichtsrats weiterhin alle Handlungsoptionen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet unterdessen, die Schaeffler-Gruppe sei bereit, das Angebot auf 75 Euro je Aktie aufzustocken. Bisher hatte das freiwillige öffentliche Angebot das fränkischen Unternehmens bei 70,12 Euro gelegen.

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