Ex-Conti-Chef Karl-Thomas Neumann wechselt zu Volkswagen. Dort soll der 48-Jährige Konzernbeauftragter für Elektroautos werden. Als Generalbevollmächtigter wird Neumann direkt unterhalb von Konzernchef Winterkorn angesiedelt.
Pischetsrieder zu Continental
Als möglicher Nachfolger von Rolf Koerfer auf dem Posten des Continental-Aufsichtsratschef wird Medienberichten zu Folge Bernd Pischetsrieder. Der frühere Vorstandsvorsitzende von BMW und Volkswagen könnte auf Druck der Banken lanciert werden, meldet "Der Spiegel".
Koerfer ist Vertrauter des Conti-Mehrheitsaktionär Schaeffler. Sein Amt hatte das Familienunternehmen aus Herzogenaurach im Machtkampf mit dem Automobilzulieferer aus Hannover zur Disposition gestellt. Damit sollte der Weg für den Wechsel an der Vorstandsspitze frei gemacht werden: In der vergangenen Woche wurde Schaeffler-Finanzvorstand Elmar Degenhardt zum Nachfolger von Karl-Thomas Neumann gewählt, der nach nur elf Monaten seinen Stuhl als Conti-Chef räumen musste.
| Bernd Pischetsrieder, hier noch als VW-Chef |
Degenhart löst Karl-Thomas Neumann bei Conti ab
Mit einem grundlegenden Umbau der Unternehmensspitz wollen Continental und sein Großaktionär Schaeffler ihren monatelangen Machtkampf beenden. Der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart wird neuer Conti-Vorstandschef. Degenhart löst Karl-Thomas Neumann ab, der nach einem erbitterten Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler nach nicht einmal einem Jahr im Amt "einvernehmlich ausgeschieden" ist.
Das teilte Conti am Mittwoch in Hannover nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrats mit. Zugleich aber muss auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer mittelfristig seinen Posten als Aufsichtsratschef aufgeben. Koerfer habe die Bereitschaft erklärt, den Aufsichtsratsvorsitz abzugeben, nachdem die Neuordnung des Vorstands, insbesondere die Bestellung eines Finanzvorstands, vollzogen sei. Zudem soll ein neuer Aufsichtsratschef von außen gesucht werden. Koerfer soll dem Aufsichtsrat als Präsidiumsmitglied weiterhin angehören.
Drei neue Vorstände
Neu in den Conti-Vorstand rücken neben Degenhart drei Conti-Manager. Dies sind der Leiter der Pkw-Reifensparte, Nikolai Setzer, der Chef der Sparte Interior, Helmut Matschi, sowie der Leiter der Sparte Chassis & Safety, Ralf Cramer. Im Amt bleiben Personalchef Heinz-Gerhard Wente und Lkw-Reifenchef Hans-Joachim Nikolin. Der 50-Jährige Degenhart sagte bei der Vorstellung des Vorstandsteams, Conti habe gemeinsam mit Schaeffler die Chance, eine "großartige Zukunft" zu gestalten.
Schaeffler beteiligt sich an der Abfindung
Neumann bekommt nach den Worten Bischoffs eine Abfindung von 7,4 Millionen Euro. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis ins Jahr 2014. Die Schaeffler-Gruppe beteiligt sich an den Kosten für die Abfindung Neumanns. In Aufsichtsratskreisen wurde darauf hingewiesen, dass dies auf Druck der Arbeitnehmervertreter passiere.
Die Schaeffler-Gruppe erklärte, die Beschlüsse machten den Weg frei für eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Unternehmen im Interesse der Kunden". Schaeffler halte unverändert am Ziel fest, einen globalen Technologiekonzern mit den drei Sparten Automotive, Industrial und Reifen zu schaffen. Bischoff sprach von "sehr schwierigen" Verhandlungen über den Kompromiss. Die Conti können nun aber wieder Fuß fassen. "Die Zeit der Zerstrittenheit hat dem Unternehmen nicht gut getan."
EX Kanzler Gerhard Schröder greift bei Conti Schaeffler ein
Nach der dramatischen Sitzung des Conti-Aufsichtsrats in der vergangenen Woche hat Altkanzler Gerhard Schröder eine rechtliche Prüfung eingeleitet.
Im Machtkampf zwischen Schaeffler und Continental hat der ausgediente Kanzler Schröder eingegriffen und eine rechtliche Prüfung eingeleitet. "Dabei geht es um die Frage, ob die Investorenvereinbarung durch die Vorgänge bereits gebrochen worden ist oder noch gebrochen werden könnte", heißt es in einer Erklärung Schröders am heutigen Mittwoch. Eine unabhängige Anwaltskanzlei werde sich mit dieser rechtlichen Prüfung befassen.
Schröder ist Garant der Investorenvereinbarung zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler zur Wahrung der Interessen von Continental. Er ist berechtigt und ermächtigt, die Erfüllung der Verpflichtungen von Schaeffler jederzeit gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen.
Schaeffler war in der Sitzung des Conti-Aufsichtsrats am vergangenen Donnerstag mit dem Versuch gescheitert, Vorstandschef Karl-Thomas Neumann zu stürzen. Grund war der Widerstand der Arbeitnehmervertreter. Dadurch kam die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für eine Ablösung Neumanns nicht zustande. Der Conti-Aufsichtsrat tritt am 12. August erneut zusammen. Dabei würde eine einfache Mehrheit für die Ablösung Neumanns ausreichen. Bei einem Patt hätte der Aufsichtsratschef ein Doppelstimmrecht.
Zahlt Continental bald seine Rechnungen mit Kuwait Dinars
Kuwaitische Anleger hätten vor wenigen Tagen Kontakt mit Continental-Chef Karl-Thomas Neumann aufgenommen, berichtet die "Wirtschaftswoche†am Samstag vorab unter Berufung auf gut informierte Kreise.






