Erstmals in diesem Jahr lagen die monatlichen Durchschnittspreise für Super und Diesel – wenn auch knapp – unter denen des Vormonats. Wie der ADAC mitteilt, kostete Superbenzin im Monatsdurchschnitt aus Markentankstellen und freien Stationen 1,520 Euro je Liter, das sind 0,1 Cent weniger als im Juni, dem bisherigen Rekordmonat.
Kraftstoffpreise in 20 deutschen Städten
Statt Sonne satt bringt der Sommer 2008 lediglich ein Hoch bei den Benzinpreisen zustande. Wie der ADAC bei seinem monatlichen Kraftstoffpreisvergleich an Markentankstellen in 20 deutschen Städten ermittelt hat, nähert sich der Preis für einen Liter Superbenzin immer mehr der Marke von 1,60 Euro – in vier Städten kostet Ottokraftstoff bereits mehr als 1,58 Euro. Diesel ist inzwischen deutschlandweit deutlich teurer als 1,50 Euro.
Wie im Vormonat beträgt der Preisunterschied bei Benzin zwischen teuerster und günstigster Metropole lediglich zwei Cent. Am tiefsten müssen die Autofahrer in Erfurt beim Tanken in die Tasche greifen: Hier kostet der Liter Benzin 1,589 Euro. Platz eins teilen sich bei einem Literpreis von 1,569 Euro gleich elf Städte.
Erfurt ist, gemeinsam mit Hannover, auch beim Diesel Schlusslicht. Je Liter müssen die Autofahrer hier 1,547 Euro bezahlen. 1,519 Euro zahlt man dagegen in den sechs günstigsten Städten Berlin, Dortmund, Magdeburg, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart.
Abgesehen vom hohen Ölpreis sind die gestiegenen Kraftstoffpreise auch auf den Ferienverkehr zurückzuführen. Autofahrer sollten laut ADAC bei der Planung ihrer Reiseroute die Preisunterschiede in den Urlaubsländern ausnutzen und gezielt dort tanken, wo Sprit günstiger ist.
Kraftstoffpreise im Juni
Zum dritten Mal in Folge sind die Monatskraftstoffpreise in Deutschland im Juni auf ein neues Rekordniveau geklettert. Wie die bundesweite ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise an Marken- und freien Tankstellen im Juni ergab, stiegen die beiden Sorten Superbenzin und Diesel im Monatsdurchschnitt auf ein neues Allzeithoch. Super kostete 1,521 Euro je Liter, Diesel 1,488 Euro. Zum Vergleich: Noch im Januar zahlten die Autofahrer für den Liter Super 1,366 Euro, bei Diesel waren sie mit 1,251 Euro je Liter dabei.
Einen neuen Tageshöchstpreis mussten die Autofahrer mit Ottomotor verkraften. Am 25. Juni kostete Super 1,562 Euro je Liter – so viel wie nie zuvor. Diesel verfehlte einen neuen Rekord nur um 0,1 Cent. So zahlten die Fahrer von Selbstzündern am 28. Juni 1,516 Euro je Liter, einen Monat zuvor, am 28. Mai, lag der Preis noch bei 1,517 Euro.
Vergleichsweise am günstigsten war Super am 2. Juni bei einem Tagesdurchschnittswert von 1,487 Euro. Der Dieselpreis war am 9. Juni mit 1,461 Euro je Liter am billigsten. Wie stark insbesondere Dieselfahrer vom Preisanstieg betroffen sind, zeigt der Vergleich der Durchschnittswerte der Vorjahre mit dem vorläufigen Jahresmittel 2008. So kostete Diesel im ersten Halbjahr 2008 1,355 Euro. 2007 betrug der Durchschnittspreis noch 1,160 Euro, 2006 waren es noch 1,109 Euro.
Neue internationale Continental-Studie
Autofahrer weltweit zeigen überraschend großes Interesse für Elektroautos und Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Insgesamt wären 36,0 Prozent der Befragten bereit, ein Auto mit Hybridantrieb zu kaufen, sogar 45,8 Prozent zeigen sich offen für den Erwerb eines Elektroautos. Dabei sind steigende Kraftstoffkosten und Umweltaspekte gleichermaßen Antriebsfedern. Das hat eine repräsentative Umfrage des internationalen Automobilzulieferers Continental – der ersten Studie dieser Art – unter mehr als 8.000 Autofahrern in acht bedeutenden internationalen Märkten ergeben. „Dieser Trend stellt für uns als Automobilzulieferer und Anbieter umweltfreundlicher Antriebstechnologien ein großes Potenzial dar“, sagte Dr. Karl-Thomas Neumann, Technologievorstand der Continental AG, während einer Pressekonferenz in Wien, Österreich.
TNS/Infratest hatte Anfang dieses Jahres im Auftrag des Unternehmens erstmalig jeweils rund 1.000 Autofahrer in den acht internationalen Märkten China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Österreich, Schweiz und den USA befragt. Schwerpunkt dieser Studie waren der Kenntnisstand und Ansichten der Autofahrer zu Hybridantriebssystemen, ihrem Fahrverhalten sowie deren Einstellung zu batteriebetriebenen Autos.
Durch steigende Kraftstoffpreise sehen sich in Summe 45 Prozent aller Autofahrer gezwungen, das eigene Fahrverhalten umzustellen und somit Kraftstoff einzusparen. Mit 62,6 Prozent verändern die Japaner ihr Fahrverhalten am stärksten, sobald die Preise für Diesel und Benzin ansteigen, gefolgt von den Deutschen mit 55,2 Prozent.
Bei den US-Amerikanern sind es 42,8 Prozent. Ausnahme: 60 Prozent der Briten und 48,9 Prozent der Chinesen ändern ihr Fahrverhalten auch bei steigenden Kraftstoffkosten überhaupt nicht. „Der überwiegende Teil der Pkw-Fahrer hat über Ländergrenzen hinweg erkannt, dass herkömmliche Kraftstoffe wie Diesel und Benzin künftig zu einem noch teureren Gut werden“, erläuterte Dr. Neumann die aktuelle Entwicklung an den Zapfsäulen.
Der Trend zu steigenden Kraftstoffkosten lässt das Interesse an alternativen Antriebssystemen wachsen, dabei ist aber laut Studie die ungestützte Bekanntheit solcher Systeme weltweit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Rund jeder Fünfte denkt sofort an Hybridantriebe, die Benzin- und Elektromotor miteinander verbinden. Mit 46,9 Prozent ist die Antriebsform bei den Japanern am bekanntesten. Nachholbedarf besteht nicht nur bei den Briten: Sie kennen sich mit nur 3,9 Prozent in diesem Gebiet im internationalen Vergleich am wenigsten aus. Auch lediglich 6,6 Prozent der US-amerikanischen Autofahrer kennen den Hybridantrieb.
Der reine Elektroantrieb steht mit durchschnittlich 16,8 Prozent an zweiter Stelle in Sachen Bekanntheit. Die Österreicher mit 33,3 Prozent und die Franzosen mit 31,7 Prozent nennen diese Variante sogar häufiger als den Hybridantrieb. Als Kraftstoff sparende Antriebssysteme gelten ferner Diesel (mit 14,1 Prozent) sowie mit Erdgas betriebene Automobile (11,4 Prozent). Auffallend ist, dass 81,7 Prozent der Chinesen keine Aussagen zu Sprit sparenden Antrieben geben können. Fragt man Autofahrer, was ihnen zu Hybridtechnologien bzw. zu Hybridantrieben in den Sinn kommt, so geben mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) an, dass es sich hierbei um eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor handelt. Jeder Fünfte sprach den umwelt-ökonomischen Aspekt an.
Hybridantriebe verfügen vor allem im Stadtverkehr über deutliche Einsparungspotenziale. Und genau hier ist eine deutliche Mehrheit der Autofahrer täglich unterwegs: 85,7 Prozent der Befragten legen im Jahr eine Strecke von unter 30.000 Kilometern zurück, mehr als zwei Drittel (69 Prozent) überwiegend im Stadtverkehr. In Japan geben sogar 63,7 Prozent der Autofahrer an, jährlich weniger als 10.000 Kilometer unterwegs zu sein, davon 63,7 Prozent auf Kurzstrecken oder im Stadtverkehr. „Stadt- und Kurzstreckenfahrer können mit hybriden Antrieben ihren Energieverbrauch um mehr als 25 Prozent senken und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur CO2-Reduzierung“, erläuterte Dr. Neumann den Vorteil gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen.
„Bei den US-amerikanischen Autofahrern steckt ebenfalls ein gewaltiges Potenzial: Knapp zwei Drittel aller Autofahrer ist dort im Stadtverkehr bzw. auf Kurzstrecken unterwegs.“
Ganz bestimmt und mit großer Wahrscheinlichkeit wollen sich insgesamt 36 Prozent ein Fahrzeug mit Hybridantrieb kaufen. Die Befragten aus den Wachstumsregionen der chinesischen Küstengebiete gehen in ihrer Prognose sogar noch weiter: Mehr als die Hälfte der chinesischen Autofahrer (53,8 Prozent) können sich vorstellen, künftig ein Hybridfahrzeug zu kaufen – nachdem sie über die Technologie aufgeklärt worden sind. Mit 27,4 Prozent können sich hingegen weniger als ein Drittel der Deutschen zu einer derartigen Kaufentscheidung durchringen. Würde der Staat den Kauf von Hybridfahrzeugen allerdings steuerlich fördern, würde sich ein Großteil der Autofahrer umstimmen lassen. Mehr als die Hälfte der Befragten (64,2 Prozent) zöge dann den Kauf eines Hybridautos in Erwägung. Für Deutsche (66,6 Prozent), Österreicher (67,6 Prozent) und Briten (69,6 Prozent) ist diese Art von Förderung sogar noch Ausschlag gebender.
Bislang gehen mehr als die Hälfte der internationalen Autofahrer (58,1 Prozent) davon aus, dass umweltfreundlichere Hybridantriebe Mehrkosten gegenüber dem Kauf eines herkömmlichen Autos verursachen. Die Franzosen rechnen einerseits mit durchschnittlich 4.651 Euro Mehrkosten, andererseits erwarten sie mit rund 4.411 Euro die höchste Kostenreduzierung. Die US-Amerikaner hingegen glauben, dass der Kaufpreis lediglich 2.801 Euro über dem eines herkömmlichen Wagens liegt und rechnen mit Kosteneinsparungen in Höhe von etwa 2.364 Euro. Durchschnittlich 50,8 Prozent der Autofahrer wären nicht bereit, mehr für ein Hybridfahrzeug auszugeben. Die andere Hälfte könnte sich vorstellen, bis zu 2.781 Euro mehr für umweltfreundlichere Fahrzeuge zu investieren.
„Unsere Aufgabe besteht darin, den zusätzlichen Nutzen von alternativen Antrieben in den Vordergrund zu stellen und den Mehrwert für den einzelnen Autofahrer, aber auch für die Umwelt hervorzuheben“, betonte Dr. Neumann. Denn die Studie verdeutlicht auch, dass letztlich attraktive Anschaffungskosten für 63,5 Prozent das stärkste Argument sind, um ein Hybridfahrzeug zu kaufen. Acht von zehn japanischen Autofahrern (82,6 Prozent) sehen dies sogar als das wichtigste Kaufkriterium an.
Für die meisten Europäer steht an zweiter Stelle der Faktor Umwelt. Asiaten, US-Amerikaner und Briten hingegen vernachlässigen dieses Thema bis auf eine Minderheit. „Diese Ergebnisse zeigen, dass umweltfreundliches Handeln stark kostengetrieben ist“, erklärte Dr. Neumann. „Die Anschaffungskosten allein sollten bei der Kaufentscheidung aber nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, denn auf lange Sicht gesehen entlasten Hybridtechnologien und -antriebe den Geldbeutel jedes Autofahrers, der vorwiegend in der Stadt unterwegs ist.“
Der geringere Verbrauch bei Hybridfahrzeugen ist das ausschlaggebende Kriterium, fragt man die Autofahrer nach der interessantesten Art eines Hybridantriebs. Jeweils 37,9 Prozent würden sich für ein Hybrid mit geringerem Verbrauch und gleicher bzw. besserer Beschleunigen als bei einem herkömmlichen Motor entscheiden. „Und das ist genau das, was der Hybridantriebe bestens kann und eine klare Stärke ausmacht“, erklärte Dr. Neumann. Mehr als die Hälfte aller Autofahrer geht davon aus, dass sich der Kauf eines Hybridfahrzeugs nach etwa drei Jahren amortisiert hat. „Überrascht haben mich hier die US-Amerikaner: mit 53,9 Prozent der Befragten gehen sie davon aus, dass sich der Kauf bereits nach zwei Jahren rechnet“, so Dr. Neumann weiter. „Interessant ist auch die Aussage der Franzosen: 28,5 Prozent behaupten, dass sich die Anschaffung eines Hybridfahrzeugs nicht rechnen muss, sondern dass es vorrangig auf den Umwelt- und Klimaschutz ankommt.“
Mit der rasanten Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie − auch durch Continental − rücken zunehmend Elektroautos ins Blickfeld. Ein ausschließlich für den Stadtverkehr konzipiertes und völlig emissionsfreies Auto mit Batterien als Energiequelle können sich knapp die Hälfte aller Autofahrer (45,8 Prozent) „ganz bestimmt“, „sehr wahrscheinlich“ oder „eher wahrscheinlich“ vorstellen. Die Schweizer, Österreicher und Deutschen liegen dabei im Durchschnitt. Erstaunlich hingegen ist die positive Einstellung der chinesischen Autofahrer. Mit 73,4 Prozent sehen gut drei Viertel diese Form des alternativen Antriebs sehr positiv – vermutlich auch als ein Mittel gegen die zunehmende Luftverschmutzung in ihren Städten. Dr. Neumann kündigte an, dass Continental detaillierte und länderspezifische Einzelheiten in absehbarer Zeit separat veröffentlichen und insbesondere seinen Kunden bei entsprechendem Interesse Daten zur Verfügung stellen wird.
Kraftstoffpreise in Deutschland
Welche Richtung schlagen die Kraftstoffpreise ein? Wie hoch waren sie vor vier, sechs oder acht Wochen? Welche Faktoren spielen bei Verteuerungen oder Preissenkungen eine Rolle? Antworten liefert die aktuelle Kraftstoffpreis-Grafik des ADAC von heute.
Sie zeigt die Entwicklung der bundesweiten Durchschnittspreise für Super und Diesel während der letzten zehn Wochen. Grundlage der Datenerhebung ist die Tankstellenübersicht, die der Automobil-Club für seine Mitglieder unter www.adac.de bereithält. Hier kann sich jeder über preiswerte Tankmöglichkeiten in seiner Umgebung informieren und selbst aktuelle Preise melden.










