Steigen vielleicht die Russen bei Conti ein

8 August, 2008

Conti-Chef Manfred Wennemer darf man wirklich bedauern. In seinem Kampf, die Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler-Gruppe zu verhindern, steht er offenbar allein auf weiter Flur, nur unterstützt von seinem Finanzvorstand Alan Hippe, inzwischen sieben Banken und den eigenen Öffentlichkeitsarbeitern.

Die Kunden äußern Sympathie, weil so für sie ein weltweit starker Partner auf der Seite der Zulieferer entsteht. Die Arbeitnehmer wollen mit Schaeffler lieber den Spatz in der Hand als einen Geier auf dem Dach, der das Unternehmen vielleicht zerfleischen will. Der Aufsichtsrat kommt seiner Aufgabe nach und spricht einen doppelten Rat aus – den zur Mäßigung und den zu einem raschen Ende des Kampfs. Und auch die Presse sieht die Situation der Hannoveraner als aussichtslos.

Sogar das „Heimatblatt“ der Conti, die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) liefert fast täglich Argumente, die ein rasches Ende angeraten erscheinen lassen. Heute weiß sie davon zu berichten, die Banken schauten sich unter russischen Oligarchen und arabischen Scheichs um, ob sich dort nicht jemand findet, der gegen die Schaeffler-Gruppe antreten will. Die Kunden, die Mitarbeiter, die Politiker der Region werden das mit Schrecken lesen.

Von einer leerlaufenden Abwehrmaschine spricht die HAZ und kommentiert, „Schaeffler sitzt bei Conti schon fest im Sattel“. Niemand habe den Ehrgeiz, sie teuer herauszukaufen. Die Öffentlichkeitsarbeiter können einem angesichts dieser Front pro Schaeffler fast Leid tun.

(Von Peter Schwerdtmann) Bericht HAZ

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Conti-Betriebsrat will keinen weißen Ritter

6 August, 2008

An Finanzinvestoren als Hauptaktionären der Continental AG sei man nicht interessiert. Mit dieser Absage zitiert die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ den Betriebsrat des hannoverschen Automobilzulieferers. „Die könnten“ – hörte das Blatt zur Begründung – „erst Recht versucht sein, den höheren Kaufpreis über den Verkauf kompletter Sparten wieder reinzuholen.“

Damit kommentierte der Betriebsrat Versuche des Continental-Vorstands unter Manfred Wennemer, im Übernahmekampf mit der Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach einen „weißen Ritter“ als Gegengewicht gegen das Schaeffler-Angebot aufzubauen. Dazu führen Zeit Conti-Chef Wennemer und sein Finanzvorstand Alan Hippe offenbar zur Zeit Gespräche mit strategischen und Finanzinvestoren.

„Wenn sie (Schaeffler) aber ihre bisherigen Zusagen in belastbarer, vertraglicher Form rüberbringen, dann lassen wir mit uns reden.“, zitiert das Blatt ein Betriebsratsmitglied. „Es wäre immerhin ein Hauptaktionär, der Ahnung vom Geschäft hat“,

Die Schaeffler-Gruppe hatte eine Garantie für den Bestand der Continental AG als börsennotiertes Unternehmen und Hannover als Standort der Gesellschaft ausgesprochen. Auch Arbeitsplätze sollten im Zusammenhang mit der Übernahme nicht gefährdet werden.

Conti will mit außerordentlicher Hauptversammlung Zeit gewinnen

1 August, 2008

Die Continental AG will im Übernahmekampf mit der Schaeffler-Gruppe offenbar Zeit gewinnen. Das jedenfalls vermutet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die aus dem Unternehmen gehört haben will, man plane eine außerordentliche Hauptversammlung. Ein solcher Schritt würde die Annahmefrist für das öffentliche Übernahmeangebot von vier auf zehn Wochen verlängern.

Die längere Frist würde Vorstandschef Manfred Wennemer mehr Zeit geben, um eine Abwehrfront gegen die Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe aufzubauen und mit Hilfe befreundeter Aktionäre ein Gegenangebot zu konstruieren. Genau daran – so die FAZ – werde hinter den Kulissen mit Unterstützung von Goldman Sachs, JP Morgan und Deutscher Bank gearbeitet. Der Conti-Vorstand versuche sich so zu wappnen, weil Schaeffler die von ihm gestellten Bedingungen für einen einvernehmlichen Einstieg bei Conti bislang nicht erfüllt. Schaeffler will immer noch mehr als 30 Prozent des Conti-Kapitals und ist nicht bereit, den angebotenen Preis von 70,12 Euro pro Aktie zu erhöhen.

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Conti ringt für einen höheren Aktienpreis

26 Juli, 2008

Stoßseufzer eines Managers: „Warum nur wird im Vorfeld einer Übernahme – angeblich im Interesse der Aktionäre – soviel Geld verbrannt?.“ Im Fall Schaeffler/Conti scheint sich diese Erfahrung zu wiederholen; denn Banken bringen sich in Position, als Verbündete und Finanzierer beider Seiten. Auch an teuren Beratern und Fachanwälten wird es beiden Unternehmen sicher nicht fehlen. Und das, obwohl es der Continental AG offenbar nur noch um ein besseres Angebot für Conti-Aktien zu gehen.

„Conti bereitet den Verkauf vor“, meldet jedenfalls am Freitag das „Handelsblatt“ und sieht den Aufmarsch der Berater und Banken als ein Manöver des Continental-Vorstands, den Preis von der angebotenen Höhe von 70,13 Euro pro Aktie zu übertreffen, wie es der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Mittwoch verlangt hatte.

Conti-Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer schart dazu Banken um sich, die dabei helfen sollen, die Abwehr des Übernahmeversuchs der Schaeffler-Gruppe glaubwürdig aussehen zu lassen. Seit Freitag gehört auch die größte deutsche Bank zur Abwehr-Front. „Deutsche Bank schlägt sich auf Contis Seite“, titelt die „Financial Times Deutschland (FTD)“. Die US-Bank JP Morgan bekam ebenfalls ein Mandat, wie auch viele andere Kreditinstitute und Berater – fein unterschieden nach ihren Auftraggebern, dem Conti-Vorstand und dessen Aufsichtsrat-

Gleichzeitig rechnet Conti mit dem Investmenthaus Goldman Sachs ab. Das „Handelsblatt“ zitiert Aufsichtsratskreise mit der Aussage: „Die haben nichts gemerkt, was sich da zusammenbraut“ und hätte damit verhindert, rechtzeitig eine Abwehrstrategie zu entwickeln: Seit Februar waren die Umsätze mit Conti-Aktien bei schwachen Kursen nach oben geschnellt. Goldman Sachs wehrt sich mit der Feststellung, man sei erst seit zwei Wochen für die Continental AG tätig.

„Beachtlich“ nannten Banker eines der sechs Kreditinstitute laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ die Höhe des Milliarden-Kredits, den die Schaeffler-Gruppe inzwischen garantiert bekommen hat. Die Rede ist von 15 Mrd Euro. Allein um das jetzt zurückgewiesene Angebot zu bezahlen, müssen 11,7 Mrd Euro zur Verfügung stehen. Ein weiterer Banker rechnete „Reuters“ vor, Schaeffler wolle nur bis 50 Prozent erwerben, weil die Herzogenauracher bei einem höheren Prozentsatz auch Refinanzierungskosten für den Kredit in Höhe von 13,5 Mrd Euro einstellen müssten, mit dem Conti 2007 Siemens VDO erworben hatte.

Wennemer soll immer noch auf der Suche nach einem „Weißen Ritter“ sein, einem Conti freundlich gesonnenen Investor oder Unternehmen mit der Bereitschaft, Conti durch die Übernahme großer Aktienpakete vor der Übernahme durch Schaeffler zu bewahren. Dazu hätte der Vorstandsvorsitzende unter anderem die Möglichkeit, die von der Hauptversammlung genehmigte Kapitalerhöhung durchzuführen. Zehn Prozent hatte sich Wennemer jetzt auch vom Aufsichtsrat genehmigen lassen.

Den großen Kurssprung – nach oben oder unten – hat die Anlehnung des Übernahmeangebots durch den Aufsichtsrat am Mittwoch nicht gegeben. Der Kurs stand am Freitag knapp unter 73 Euro. Der Glaube daran, die Conti-Abwehrschlacht könne ernstgemeint und erfolgreich sein, scheint unter Aktionären nicht sehr weit verbreitet zu sein. Der viel zitierte Auto-Experter Prof. Ferdinand Dudenhöfer läuft laut FTD „alles auf ein Zusammengehen hinaus. Als letztes Gegenargument sei der Preis und sonst nicht übrig geblieben.

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Aufsichtsrat der Continental lehnt Preis für Übernahme ab

24 Juli, 2008

Der Aufsichtsrat der Continental AG hat das Übernahmeangebot der Schaeffler Gruppe abgelehnt. Als Begründung nannte das Gremium des Hannoverschen Unternehmens, das das Angebot zu niedrig sei.

Die Schaeffler Gruppe hatte den Aktionären 70,12 Euro pro Aktie geboten. Der Vorstandvorsitzende der Continental AG, Manfred Wennemer, hatte diese Offerte bereits als zu niedrig zurückgewiesen und hat nun vom Aufsichtsrat den Auftrag, mit der Schaffler-Gruppe in Verhandlungen zu treten.

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