Im Aachener Pkw-Reifenwerk von Continental ist am letzten Freitag der 10-millionste Reifen mit der SSR-Notlauftechnologie hergestellt worden. Im siebten Jahr nach dem ersten Reifen, mit denen man auch im Pannenfall noch bis zu 160 Kilometer weit fahren kann, ist dies ein eindrucksvoller Produktionsrekord.
10-millionster Continental SSR-Reifen in Aachen hergestellt
„Grüne Reifen“ sind Top-Thema auf der REIFEN ESSEN 2010
Bridgestone Run Flat-Reifen in dritter Generation
Bridgestone plant für 2009 die Markteinführung von Run Flat-Reifen der „dritten Generation“. Aufgrund neuer Technologien gewährleisten diese Reifen mit Notlaufeigenschaften einen noch höheren Fahrkomfort als ihre Vorgänger. Der Verkauf soll hauptsächlich an Automobilhersteller zur Ausrüstung neuer Fahrzeuge erfolgen.
Plus an Sicherheit und Umweltfreundlichkeit
Mit dem weltweit wachsenden Umweltbewusstsein konzentrieren sich auch Automobilhersteller zunehmend auf die Einführung leichterer und kleinerer Fahrzeuge.Bridgestone ist daher davon überzeugt, dass Run Flat-Reifen der dritten Generation bei Erstausrüstern auf großes Interesse stoßen und zudem einen schnelleren Verzicht auf Ersatzreifen (Notbereifung) bei Pkw ermöglichen werden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Einsatz von Ersatzreifen zu vermeiden. Run Flat-Reifen bieten hierbei eindeutige Vorteile. Sie bleiben auch bei völligem Luftdruckverlust stabil und ermöglichen eine Weiterfahrt mit reduzierter Geschwindigkeit bis zu einer bestimmten Distanz[1]. Ihr wichtigster Pluspunkt ist daher die Kontrolle über das Fahrzeug auch bei plötzlichem Luftdruckverlust. Hierdurch wird die Unfallgefahr entscheidend reduziert. Die sichere Weiterfahrt zur nächsten Werkstatt ist gewährleistet und ein Reifenwechsel oder das Anhalten in Gefahrenzonen daher nicht mehr notwendig.
Der Einsatz von Run Flat-Reifen trägt außerdem zur Verringerung der Umweltbelastung bei. Da das Mitführen eines Reserverads nicht mehr nötig ist, können aufgrund des reduzierten Gewichts sowohl CO2-Ausstoß als auch Spritverbrauch des Fahrzeugs gesenkt werden.
Durch den Verzicht auf Ersatzreifen bei allen Fahrzeugen weltweit – die benötigte Anzahl beläuft sich jährlich auf ca. 59 Millionen[2]?– könnten erhebliche Ressourcen eingespart werden. Darüber hinaus würde der Kohlendioxidausstoß, der über den gesamten Lebenszyklus eines Ersatzreifens von der Beschaffung der Rohstoffe bis hin zur Entsorgung entsteht, um ungefähr zwei Millionen Tonnen CO2 jährlich[3]gesenkt werden. Eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen wäre durch den Wegfall der für die Ersatzreifen benötigten Felgen möglich.
Durch das Beliefern der Automobilindustrie mit Run Flat-Reifen, die solch entscheidende Vorteile bieten, liefert Bridgestone einen wesentlichen Beitrag zu einer sichereren und umweltfreundlicheren Automobilgesellschaft.
Plus an Fahrkomfort durch neue Technologien
Runflat-Reifen verfügen über verstärkte Seitenwände, um auch bei Luftdruckverlust eine stabile Weiterfahrt gewährleisten zu können. Bei der ersten Generation dieser Technologie, die Bridgestone schon 1987 auf den Markt brachte, führte dies zu einem geringen Fahrkomfort im Vergleich zu herkömmlichen Reifen. Bei der 2005 eingeführten zweiten Generation konnte der Fahrkomfort mithilfe eines optimierten Gummis zur Seitenwandverstärkung bereits erhöht werden.
Für die dritte Generation von Run Flat-Reifen setzt Bridgestone nun neue Technologien ein, die den Fahrkomfort so weit verbessern, dass er mit dem eines herkömmlichen Reifens vergleichbar ist. Der einfachste Weg zur Verbesserung des Fahrkomforts von Run Flat-Reifen besteht darin, die Seitenwände dünner und weicher zu machen. Wenn man jedoch nach einer Reifenpanne weiterfährt, entsteht durch die Deformierung der Seitenwände bereits Hitze, die bei dünneren Seitenwänden noch höher ausfällt. Die größte Herausforderung bei der Verbesserung des Fahrkomforts bestand daher darin, diese Hitzeentwicklung einzudämmen und gleichzeitig die Haltbarkeit der Reifen nach einem Luftdruckverlust zu erhalten bzw. zu erhöhen.
Zur Regulierung der Hitzeentwicklung setzt Bridgestone drei neue Technologien ein.
Mithilfe von NanoPro-Technologie hat das Unternehmen einen neuen Gummi zur Verstärkung der Reifen-Seitenwand entwickelt. Aufgrund einer verbesserten Kohlenstoffverteilung reduziert er die Reibung zwischen den einzelnen Molekülen und somit die Hitzeentwicklung, wenn der Reifen belastet ist – und zwar um die Hälfte im Vergleich zur zweiten Run Flat-Generation.
Die von Bridgestone neu entwickelte „New Ply“-Technologie ermöglicht es, High Tech-Fasern für die Herstellung von Reifen zu adaptieren. Die Hitze, die durch die Deformierung der Reifen-Seitenwände beim Fahren ohne Luftdruck entsteht, führt dazu, dass die neu eingesetzte „New Ply“-Gewebelage im Reifenkörper schrumpft. Dies verringert wiederum die Deformierung der Seitenwände und verhindert einen rapiden Anstieg der Temperatur.
Eine weitere Maßnahme zur Regulierung der Hitzeentwicklung ist die „Cooling Fin“-Technologie von Bridgestone, die ebenfalls bei der dritten Generation zum Einsatz kommt. Bei ihr wird die Seitenwand des Reifens durch Verwirbelung des Luftstroms auf der Oberfläche der Seitenwand gekühlt. Die Verwirbelung entsteht durch kleine Erhebungen (Finnen) auf der Seitenwand.
Die drei neuen Technologien ermöglichen in Zukunft die Entwicklung von Run Flat-Reifen auch für bestimmte SUV, Minivans und größere Pkw, bei denen der große Reifenquerschnitt aufgrund zu großer Hitzeentwicklung im Seitenwandbereich bisher keine Run Flat-Reifen zuließ.
Runflat Reifen 70 bis 80 Prozent haben versteckte Montageschäden
KFZ Gutachter aus München (Franz Nowakowski und Michael Immler) stellten eine Testreihe von Runflat Reifen Montagen auf, hierzu wurden 3.000 Mustermontagen durchgeführt mit einer erschreckenden Bilanz: Mehr als 2.000 Reifen wiesen erhebliche Montageschäden an der Reifenwulst auf. Die Ursachen der Schäden wurden wie folgt erklärt:
Runflat Reifen sollten vor der Montage mindestens 15 °C warm sein, ist dies nicht der Fall bleibt die Gummimischung hart und lässt sich kaum dehnen, hierbei entstehen hohe Spannungen am Reifenwulst , die wiederum zu Einrisse führen.
Runflat Reifen sind an den Seiten deutlich dicker als normale Reifen und daher schwerer zu montieren. Standard Montagemaschinen sind für die Runflatmontage nicht besonders geeignet – für eine Optimale Montage werden teuere Spezialgeräte benötigt.
Das besonders Gefährliche bei einer falschen Montage: Die Schäden verschwinden in der Felge und sind nicht mehr zu erkennen. Im günstigsten Fall geht einfach nur die Luft raus. Doch im schlimmsten Fall droht ein Reifenplatzer.
Fazit: Wer Reifen mit Notlaufeigenschaften aufziehen will, sollte sich an den Reifenfachhandel wenden. Deren Mitarbeiter sind geschult und meist Zertifiziert und verfügen auch über das nötige Spezialwerkzeug, um Runflat Reifen richtig zu montieren!




