Pit-Stop weiter im Visier der DUH

17 Juli, 2008

Die Reifenkette Pit-Stop wird weiterhin hart attackiert vom Bundesgeschäftsführer der DUH Jürgen Resch wegen Dieselpartikelfilter der Firmen GAT, Tenneco und Bosal. Im Visier stehen die in den Medien bekannt gewordenen Betrugsfilter, die partout von der Pit-Stop Kette nicht gegen Funktionierente Filter getauscht werden.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch nennt das Verhalten der Werkstattkette Pit-Stop "einen Dauerskandal, der fassungslos macht". Schließlich gehe es nicht nur darum, dass den Pit-Stop-Kunden die versprochene Leistung seit weit über einem Jahr verweigert werde oder darum, dass die mit GAT-Filtern bestückten Motoren wegen des enormen Gegendrucks beschädigt werden können. Es gehe vielmehr zuallererst "um die verheerenden gesundheitlichen Folgen in den Ballungszentren, die der massenhafte Einbau von Nachrüstfiltern eindämmen sollte". Resch forderte alle Pit-Stop-Kunden auf, sich "vor dem nächsten Reifen- oder Auspufftausch zu überlegen, ob eine Schmuddelwerkstattkette wie Pit-Stop, die um des eigenen wirtschaftlichen Vorteils Willen schwere Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle vieler Menschen in Kauf nimmt, der richtige Vertragspartner ist." Resch: "Ich empfehle allen Pit-Stop-Kunden eine Konsequenz: Ohne Filtertausch – Werkstatttausch!"

Pressemitteilung im Original

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Pit-Stop und die Betrugspartikelfilter

14 Juni, 2008

Wie Pit-Stop seinen Kunden seit Monaten rechtswidrig den Filtertausch verweigert und dadurch zu einer Schmuddelwerkstattkette mutiert – Dokumentation des Leidenswegs eines Fahrzeughalters aus dem westfälischen Hamm – Zwei TV-Magazine berichten am Wochenende zum Verhalten von Pit-Stop im Dieselfilterskandal: "das automagazin" in SAT 1 am Samstag, 14. Juni, 17.00 Uhr und "auto mobil – Das VOX Automagazin" am Sonntag, 15. Juni, 16.50 Uhr

Berlin, 13. Juni 2008: Die Werkstattkette Pit-Stop verweigert als letzte bundesweite Werkstattkette tausenden seiner Kunden rechtswidrig den sofortigen Austausch so genannter Betrugsfilter gegen lieferbare Ersatzsysteme anderer Hersteller. In einer Serie von Pressemitteilungen dokumentiert die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) ab heute in lockerer Folge diese Praxis und bedient sich dabei der ihr in den vergangenen Monaten zugegangenen Fallbeispiele.

Den Anfang macht ein Autohalter aus dem westfälischen Hamm, der sich von Pit-Stop in bestem Glauben, seiner Umwelt einen Gefallen zu tun, einen Partikelfilter der Firma Tenneco in seinen sieben Jahre alten Mercedes hat einbauen lassen.

Als im November 2007 nach der Aufdeckung des Betrugsfilterskandals durch die Deutsche Umwelthilfe die Betriebserlaubnisse von Dieselfiltern der Hersteller GAT, Tenneco und Bosal erlöschen, wendet sich Herr Schulze  an seine Pit-Stop Werkstatt im westfälischen Hamm. Er fordert diese dazu auf, ihm einen lieferbaren Ersatzfilter einzubauen, so wie es ihm rechtlich zusteht und die seinerzeit verabredete Kulanzregelung der Bundesregierung mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeug-Gewerbe (ZDK) und dem Gesamtverband Autoteile Handel (GVA) vorsah.

Mehrfach reklamiert Herr Schulze im November und Dezember 2007 mündlich, schriftlich und persönlich bei Besuchen in der Pit-Stop-Filiale den geforderten Austausch seines unwirksamen Tenneco-Partikelfilter, dessen Betriebserlaubnis wegen nicht ausreichender Funktionstüchtigkeit erloschen ist. Vergeblich. Am 16. Januar 2008 erreicht Schulze ein Antwortschreiben der Firma Pit-Stop. Darin reduziert die Werkstatt den Skandal um die praktisch wirkungslosen Partikelfilter auf folgendes Problem: "In unserem Unternehmen wurde in Ihr Fahrzeug ein Partikelfilter verbaut, u.a. mit dem Ziel eine Feinstaubplakette sowie die staatlichen und steuerlichen Vergünstigungen zu erhalten bzw. in Anspruch nehmen zu können. Nach der Erklärung der Bundesregierung bleiben sowohl die Feinstaubplakette als auch die steuerliche Förderung erhalten. Dies selbst dann, wenn die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) zwischenzeitlich mit Wirkung für die Zukunft gelöscht bzw. dem Hersteller zurückgegeben wurde." Weiter heißt es: "Es entsteht also für Sie als Autofahrer weder ein finanzieller Nachteil noch eine Mobilitätseinschränkung." Außerdem erklärt Pit-Stop an diesem 16. Januar, dass Ersatzfilter der Firmen Bosal, Tenneco und GAT produziert würden, die "zeitnah im Jahr 2008" eingebaut werden könnten. Abschließend betont der Absender noch einmal: "Aus den obenstehenden Ausführungen ergibt sich, dass für Sie aktuell keine Nachteile entstehen dürften."

Zusätzlich hatte Herr Schulze in einem Schreiben vom 28. Dezember 2007 darum gebeten im Zuge des Filtereinbaus entstandene Knackgeräusche zu beheben. Die Rohrschelle, mit der Filter und Abgasrohr verbunden sind, ist nicht fest und knackt bei vielen Fahrmanövern. Auf seinen Vorschlag, eine Punktschweißung vorzunehmen, antwortet Pit-Stop ablehnend: Dadurch würde der Filter beschädigt und könne später nicht dem Hersteller zurückgegeben werden.

Hilfesuchend wendet sich Herr Kamps an den ADAC und erhält von dort ein Musterformular, das er ausgefüllt an die Firma Pit-Stop sendet. Ziel der Aktion: Pit-Stop soll schriftlich zusichern, dass "bis spätestens 1. September 2008 ein Ersatzfilter kostenlos" eingebaut wird, der den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung genügt.  Daraufhin meldet sich die Pit-Stop-Zentrale in Heusenstamm am 29. Februar 2008 mit einem Schreiben, dass inhaltlich dem vorherigen ähnelt. Eine verbindliche Zusage, dass tatsächlich bis zum 1. September 2008 der Filtertausch vorgenommen wird, enthält es nicht.

Der Kundenservice der Pit-Stop-Zentrale setzt lässt Schulze dagegen wissen, dass eigentlich eine Beweislastumkehr greife, in deren Rahmen der geschädigte Kunde zunächst die Mangelhaftigkeit seines Filters mit erloschener ABE beweisen müsse: "Selbstverständlich haben wir Verständnis für Ihren Wunsch, dass Sie … Ihr Fahrzeug nur mit einem nachweislich ordnungsgemäß funktionierenden Rußpartikelfilter betreiben wollen. Aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Situation besteht bis zum Nachweis der nicht ordnungsgemäßen Funktion für das in Ihr Fahrzeug eingebaute Rußpartikelfiltersystem jedoch kein Anspruch auf Austausch des eingebauten Systems gegen einen Filter eines anderen Herstellers."

In den folgenden Monaten hat Herr Schulze weder von seiner Werkstatt noch von der Pit-Stop-Zentrale etwas gehört.

Am Wochenende berichten zwei TV-Magazine über die Probleme beim Austausch mangelhafter Dieselfilter bei Pit-Stop:

Zunächst am SAT 1 am Samstag, 14. Juni, 17.00 Uhr "das automagazin – "Partikelfilterärger: Umrüstungs-Chaos – geprellte Autofahrer sollen die Zeche zahlen"

Dann am Sonntag, 15. Juni 2008 um 16.50 Uhr "auto mobil – Das VOX Automagazin". Mit versteckter Kamera und begleitet vom Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch, begleitete das Magazin zwei Kunden der Werkstattketten A.T.U. und Pit-Stop, die den Austausch ihres defekten Filters forderten – mit überraschenden Ergebnissen. A.T.U. tauscht mittlerweile kostenlos aus. Pit-Stop dagegen gibt seine Blockadepolitik bisher nicht auf.

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ATU und Pit-Stop werden unter Druck gesetzt

2 Juni, 2008

Sechs Monate nach Inkrafttreten der so genannten "Kulanzregelung" hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) etwa 45.000 Autofahrer, in deren Fahrzeuge mangelhafte Filter der Fabrikate GAT, Bosal und Tenneco nachgerüstet worden waren, in einem offiziellen Schreiben aufgefordert, "sehr rasch von der kostenfreien Austauschmöglichkeit Gebrauch zu machen".

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Volkswagen greift A.T.U und Pit-Stop an

3 Februar, 2008

Der Autohersteller will auf dem Markt der Werkstattketten kräftig mitmischen. In Berlin testet der Autokonzern die neuen Werkstätten der Marke “Stop&GO”. Bereits in den nächsten Wochen will Volkswagen die Ergebnisse des Testlaufs auswerten. Danach soll schnell eine Entscheidung fallen, ob die Kette bundesweit starten soll.

Schon im November überboten sich bundesweit operierende Werkstattketten wie A.T.U und Pit-Stop mit Sonderangeboten, kräftigen Rabatten und kleinen Dankeschön-Präsenten. Nicht nur die Winterreifen gab es zu einem deutlich günstigeren Preis als bei den teuren Markenwerkstätten. Die Discountbetriebe verschenkten gleich auch noch nagelneue Markenhandys oder DVDs über den Weltmeisterschaftserfolg der deutschen Handballer. Von Servicewüste keine Spur, stattdessen harter Wettbewerb um die Kunden.

Und der kann sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen. Denn kein Geringerer als Europas größter Autokonzern VW will künftig in der Branche kräftig mitmischen. Bereits in den nächsten Wochen will Volkswagen die Testläufe mit neuen Werkstätten der Marke Stop&Go in Berlin abschließen und auswerten. Eine Entscheidung, ob die Wolfsburger A.T.U und Pit-Stop angreifen werden, soll im Frühjahr fallen.

Bis dahin hüllt sich der Konzern zu dem Thema in Schweigen. Man will erst „über die weitere Profilierung der Kette“ bei einem Pressetermin informieren. Was anderes als eine Offensive wird von Experten aber nicht erwartet. „Wenn es VW ernst meint, muss mittelfristig aber eine kritische Masse erreicht werden“, heißt es bei der Konkurrenz. Mehr als 200 Niederlassungen bundesweit wären nötig. Bisher hat VW nur 69 alte Filialen und erst sechs des neuen Stop&Go-Typs.

Der Markt der Werkstattketten ist seit einigen Jahren heiß umkämpft, gilt aber auch als attraktiv. Umsatzrenditen von bis zu 4,5 Prozent können einzelne Reparaturbetriebe erzielen, die Discountwerkstätten hingegen schaffen gerade einmal die Hälfte. Bundesweit erzielt die Branche mit rund 40.000 Werkstätten knapp 42,8 Milliarden Euro Umsatz. Ein gigantischer Markt, bei dem die Discountwerkstätten Kunden gewinnen, vor allem wegen ihrer aggressiven Preispolitik. Trotzdem kommen A.T.U und Pit-Stop als größte Unternehmen auf dem zersplitterten Markt gerade einmal auf einen Anteil von vier Prozent. Genug Wachstumschancen für VW sind also vorhanden.

Nach Informationen von WELT ONLINE plant der größte deutsche Autohersteller, in den nächsten drei Jahren seine markenunabhängige Werkstattkette Stop&Go deutlich auszuweiten. Ziel sei es, ein bundesweites Netz mit 300 Partnern zu etablieren und sich vor allem auf Autos zu konzentrieren, die acht Jahre und älter sind. „Angesichts der immer längeren Haltedauer von Fahrzeugen gilt es, Marktpositionen auszubauen und zu stärken“, sagt Fred Bärbock vom VW-Konzern. Die Aufteilung wäre dann klar: Neuwertige Autos würden weiterhin bei den Vertragswerkstätten repariert, für die älteren Modelle würde Stop&Go als erste Adresse gelten.

Dass es trotzdem nicht leicht wird, eine solche Kette rentabel zu betreiben, zeigt das Beispiel A.T.U. Vor drei Jahren kaufte der US-amerikanische Finanzinvestor KKR die Mehrheit an der Werkstattkette für 1,35 Milliarden Euro. Doch bisher sind die Amerikaner mit der Entwicklung nicht wirklich zufrieden, die Investition droht nun zum Flop zu werden.

Bereits im September vergangenen Jahres mussten die Kreditbedingungen gelockert werden, im Dezember wurde dann sogar der Firmenchef vor die Tür gesetzt. Nun sucht KKR für A.T.U nicht nur frisches Kapital. Sondern gleich eine neue Firmenstrategie für das ganze Unternehmen.

Quelle: Welt.de

Beitrag erstellt am: 03.2.2008 22:46

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